Pressemeldungen

18|02|2020

II. BRANCHENFORUM.TOURISMUS in Travemünde zum TEK 2030

+++ Travemünde. Der Prozess zur Erstellung des neuen Tourismuskonzeptes Lübeck.Travemünde 2030 (TEK), das die touristische Ausrichtung der Hansestadt und des Seebades Travemünde für die kommenden zehn Jahre fortschreibt, ist in voller Fahrt und das Interesse am II. BRANCHENFORUM.TOURISMUS mit Fokus Seebad Travemünde am 18. Februar 2020 war groß. Über 70 Teilnehmer:innen aus der Tourismusbranche der Hansestadt Lübeck haben auf Einladung der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) und des Kurbetriebs Travemünde (KBT) am zweiten Beteiligungsformat für die Branche im A-ROSA Travemünde, in dessen Fokus insbesondere das Seebad Travemünde stand, teilgenommen.

Wirtschafts- und Sozialsenator Sven Schindler und der LTM-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Puschaddel begrüßten die Teilnehmer:innen des Branchenforums. Für Sven Schindler hat die Fortschreibung des TEK aufbauend auf dem Erfolg der letzten Jahre hohe Priorität: „Wir entwickeln eine neue Zukunftsvision, mit der wir den bisher vorwiegend quantitativ ausgerichteten Wachstumspfad des TEK verlassen. Wir setzen zukünftig auf eine Qualitätsstrategie, die langfristig den Erfolg und die Wirtschaftskraft aus dem Tourismus für Lübeck und Travemünde sichert. Ziel des TEK 2030 ist es, die Angebote für unsere Gäste weiter zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität in der Stadt und im Seebad noch deutlicher zu fokussieren.“ Klaus Puschaddel erklärte: „Das Tourismuskonzept 2030 soll mit Augenmaß arbeiten, die derzeitigen Akteure stärken und ein gesundes und verträgliches Wachstum möglich machen. Die Kapazitäten sind geschaffen, nun müssen Erlebnisqualität und begleitende Infrastruktur folgen. Nur so kann die Wertschöpfung pro Gast gesteigert werden und die Wirtschaftskraft des Tourismus sinnvoll erschlossen werden.“

LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas und Dr. Andrea Möller vom dwif stellten die Ergebnisse der Analysephase inklusive Bürger:innen- und Branchenbefragungen, die daraus resultierenden Handlungsschwerpunkte für die Zukunft der Tourismusentwicklung in Travemünde und die Markenstrategien für Lübeck und Travemünde vor. „In Zukunft gilt es, dem Städtereiseziel Lübeck und dem Seebad Travemünde noch fokussierter gerecht zu werden - als zwei verschiedenen Reisezielen mit profilierten Strategien und Zielgruppen,“ erläuterte Christian Martin Lukas die geplanten Markenstrategien. „Travemünde profitiert doppelt: als wertvoller Bestandteil der Marke Lübeck, aber auch als lebens- und liebenswertes Seebad in der Marke Ostsee des OHT.“ Im Anschluss präsentierte Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des Ostsee Holstein Tourismus e.V., die Marke OSTSEE und ihre Strategie. Das oberste Leitprinzip dabei laute: Die Ostsee steht für unbeschwerten Urlaub mit leichtem Zugang zu facettenreichen Erlebnissen für eine sorgenfreie Zeit, so Katja Lauritzen. Zielgruppen seien die sogenannten „Entschleuniger“ und „Natururlauber“. Neben den fachlichen Beiträgen zum TEK 2030 übernahm Dr. Andrea Möller vom dwif auch die Moderation des Forums. Im Anschluss erfolgten Gesprächsrunden zu Zukunftsthemen und Produktkreationen Travemünde mit allen Teilnehmer:innen des Branchenforums.
 
Die Erfolgsbilanz der letzten zehn Jahre für die Hansestadt Lübeck mit dem Seebad Travemünde kann sich sehen lassen. Die Wachstumsstrategie 2020 hatte 2 Millionen Übernachtungen und rund 12.000 Betten in Lübeck und Travemünde als Ziele gesetzt. Diese Wachstumsziele wurden bereits 2019 erreicht. Auch weitere im TEK 2020 formulierte Maßnahmen konnten umgesetzt bzw. angegangen werden, wie z.B. der Ausbau der Promenaden und der damit verbundene Promenadenrundlauf als Alleinstellungsmerkmal Travemündes. Das Seebad ist mit zweistelligen Wachstumsraten seit 2018 der touristische Wachstumsmotor in der Hansestadt. Als Gesamtbilanz gilt: Lübeck und Travemünde haben sich eine gute Ausgangslage und Wettbewerbsposition erarbeitet.

Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff erklärte dazu: „Die Basis stimmt, die geplanten Kapazitäten sind mit über 6.500 Betten erreicht, wir haben damit sogar das Stadtgebiet Lübeck überholt. Und auch der Saisonausgleich ist eingeleitet. Jede vierte Übernachtung findet in Travemünde mittlerweile in den Wintermonaten statt. Nun müssen wir dafür Sorge tragen, dass die weitere touristische Infrastruktur im Seebad sensibel weiterentwickelt wird.“

Die Federführung für das TEK 2030 obliegt in der Hansestadt Lübeck dem Fachbereich Wirtschaft und Soziales und hier der für Tourismus zuständigen LTM, die die Bürger:innen sowie die Vertreter:innen der Tourismusbranche durch verschiedene Beteilungsformate aktiv in den gemeinsamen Zukunftsprozess einbezieht. Im Rahmen von Stadtteilveranstaltungen zu LÜBECK überMORGEN fand bereits ein direkter Dialog mit den Bürger:innen statt und im Sommer 2019 wurden Online-Befragungen von Bürger:innen, Expert:innen und touristischen Akteur:innen gestartet, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass trotz Wachstumspfad bisher keine messbaren Belastungsgrenzen erreicht sind. Die Tourismusintensitäten der Innenstadt und des Seebades liegen deutlich unter denen anderer europäischer Städte und Küstenorte an Ost- und Nordsee. Die Tourismusakzeptanz in Lübeck und Travemünde ist derzeit gleichermaßen hoch. Auf einer Skala von 100 = sehr positiv bis und 0 = sehr negativ bewerten Lübecker:innen mit 75 und Travemünder:innen mit 73 den Tourismus positiv für ihren Wohnort. Gastfreundschaftliches Verhalten gegenüber Tourist:innen ist für neun von zehn Befragten und damit einer überwältigenden Mehrheit selbstverständlich. Zeitweise Störungen durch ein „zu viel“ an Touristen nimmt bisher nur eine Minderheit wahr: Jeder fünfte Befragte in Lübeck und knapp jeder dritte in Travemünde. Das heißt aber auch: Die Tourismusakzeptanz muss künftig noch mehr unterstützt und gepflegt werden.
Deutlich wurde bei den Befragungen, dass Erlebnisqualität, Zielgruppenorientierung und begleitende Infrastruktur weder in Lübeck noch in Travemünde ausreichend mit den geschaffenen Kapazitäten mitgewachsen sind. Die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität der Innenstadt sowie profilgebende Infrastruktur- und Angebotsentwicklung in Travemünde bleiben deshalb zentrale Baustellen und Zukunftsaufgaben der künftigen Tourismusentwicklung. Aus Sicht von Tourismusakteur:innen und Expert:innen besteht vor allem Handlungsbedarf bei Profil, Produktqualitäten und der hochaktuellen Herausforderung Mobilität. Auch das Innenmarketing und die Vernetzung der Akteure müssen zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben noch besser werden – gerade zwischen den Leistungsträgern. Besucherlenkung, Qualitätssteigerung und mehr Service, Digitalisierung, die zukunftsfähige Finanzierung von Tourismusaufgaben und das Fachkräftethema beschäftigen die gesamte Tourismusbranche.

Welche großen Chancen im Tourismus liegen, wenn man ihn ganz gezielt und wohldosiert als Katalysator für eine lebendige Gemeinschaft einsetzt, dafür will sich LTM-Geschäftsführer Christian Lukas gemeinsam mit seinem Team und dem Kurbetrieb Travemünde zukünftig noch stärker einsetzen: „Im Mittelpunkt  der Querschnittsaufgabe Tourismus steht der Mensch, egal ob Gast oder Bürgerin und Bürger. Nur wenn es gelingt, Tourismus als Teil der Seebadkultur zu implementieren und für uns alle ein freudiges, lebendiges und gelassenes Miteinander zu ermöglichen, erfüllt der Tourismus die Aufgaben, die an ihn derzeit auch seitens der Gesellschaft gestellt werden.“ Gerd Schröder, Vorsitzender des Ortsrats Travemünde, weiß, wie wichtig der Dialog und eine verstärkte Bürgerbeteiligung an der zukünftigen Entwicklung Travemündes ist: „Eine Kernmaßnahme des TEK muss es sein, auch weiterhin mit den Bürgern im Dialog zu bleiben und gemeinsam Maßnahmen im Seebad zu entwickeln, um so eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen.“

Die Förderung des TEK 2030 erfolgt im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft (LPW) aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bzw. des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln.+++

www.luebeck.de/hl/tek2030

Quelle: LTM