Pressemeldungen

13|09|2018

Am 14. September feiert »Berlin Alexanderplatz« nach dem Roman von Alfred Döblin am Theater Lübeck Premiere

Am Freitag, 14. September, 19.30 Uhr, findet die Premiere von »Berlin

Alexanderplatz« im Großen Haus nach dem Roman von Alfred Döblin in einer Inszenierung von

Andreas Nathusius statt.

Der Regisseur, der zuletzt am Theater Lübeck mit »Labor – Mutter
Courage« eine brisante und heutige Auseinandersetzung mit Brechts Antikriegs-Stück auf die Bühne
brachte, wird diesen vielschichtigen Roman inszenieren. Die Ausstattung übernimmt, wie auch bei
»Labor – Mutter Courage«, Annette Breuer. In der Hauptrolle des Franz Biberkopf wird
Ensemblemitglied Henning Sembritzki zu erleben sein.
Babylon Berlin – Alfred Döblin schickt Franz Biberkopf, den Protagonisten seines Romans »Berlin
Alexanderplatz«, auf das harte Pflaster des brodelnden, chaotischen und von politischen Kämpfen
zerrissenen Berlins Ende der 20er-Jahre. Gerade aus der Haftanstalt Tegel entlassen, ist Biberkopf
überwältigt von der technologisch veränderten Welt und den auf ihn einflutenden Reizen: Werbung,
quietschende Straßenbahnen, Menschenmassen, eine ungeheure Beschleunigung allerorten. Der
gleichzeitig vitale und zerbrechliche Kraftprotz Biberkopf will sich eine neue Existenz aufbauen: Er
will »anständig werden«. Mit großer Energie und Kämpfernatur schlägt er sich eine Zeit lang mit
Gelegenheitsjobs durch. Doch aufgrund seiner Gutgläubigkeit und seines Vertrauens in falsche
Freunde wird er in eine Straftat verwickelt und wird zum Verbrecher wider Willen. Auch im
Ganovenmilieu geht es hart zu und nur die Schnellsten, Skrupellosesten und Gewieftesten machen
ihren Weg. Mit großem Selbstvertrauen und Berliner Schnauze hält Biberkopf den
Schicksalsschlägen immer wieder stand – bis er sich am Schluss geschlagen geben muss und ihm
die Augen aufgehen…
In seinem berühmten Großstadtroman, einem Hauptwerk der Moderne, der in einem Atemzug mit
epochalen Romanen wie »Manhattan Transfer« oder »Ulysses« genannt wird, zeigt Döblin auch eine –
zunehmend wieder aktuelle – Verunsicherung und Überforderung des Individuums in Zeiten von
Umbrüchen. Durch seine expressive Sprache, seine Montagetechnik, seinen Stilpluralismus – vom
Jargon der Werbeindustrie bis hin zu literarischen und mythischen Anspielungen und Zitaten – gibt
Döblin der komplexer werdenden Welt auf faszinierende Weise auch sprachlich Gestalt.
Inszenierung A. Nathusius

Ausstattung A. Breuer Musik F. Huber Video T. Lippick
Mit S. Höhne, S. Pfennigstorf, C. Wiedemer; R. Brandt, P. Grünig, A. Hutzel, M. Ruchter, H. Sembritzki,
S. Simon
Kostprobe 10/09, 18.30 Uhr, Großes Haus (Eintritt frei)
Premiere 14/09, 19.30 Uhr, Großes Haus
Weitere Termine 16/09, 30/09, jeweils 18.00 Uhr, u.a.
Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

Quelle: Theater Lübeck